Bericht „Antisemitismus Mai 2025 – Mai 2026
Beobachtungen, Dilemmata und Handlungsimpulse.
Der zweite Lagebericht der Initiative gegen Antisemitismus in der Metropolregion Nürnberg dokumentiert aktuelle Entwicklungen antisemitischer Narrative und Mobilisierungsformen im Zeitraum von Mai 2025 bis Mai 2026.
Aufbauend auf dem ersten Bericht zeigt die Untersuchung eine zunehmende gesellschaftliche Verankerung insbesondere israelbezogenen Antisemitismus in Bildungs-, Kultur- und zivilgesellschaftlichen Räumen.
Die Analyse basiert auf Feldbeobachtungen, öffentlichen Quellen und der Auswertung digitaler Kommunikationsräume. Im Fokus stehen Entwicklungen in Nürnberg, Fürth, Erlangen und Bamberg.
Antisemitismus als demokratischer Seismograph
Der Bericht versteht Antisemitismus als Frühwarnsignal demokratischer Erosion. Problematische Entwicklungen entstehen oft bereits unterhalb strafrechtlicher Relevanz – in gesellschaftlichen Grauzonen der Normalisierung.
Verschiebung in gesellschaftliche Mitte
Antisemitische Narrative treten zunehmend nicht mehr nur in extremistischen Milieus auf, sondern finden Anschlussfähigkeit in Hochschulen, Bildungsinstitutionen, Kulturprojekten und zivilgesellschaftlichen Initiativen.
Radikalisierung im Kontext des Nahostkonflikts
Pro-palästinensische Protestmilieus nutzen politische und kulturelle Räume verstärkt zur Verbreitung antisemitischer Deutungsmuster, häufig verbunden mit Dämonisierung Israels, Täter-Opfer-Umkehr und verschwörungsideologischen Elementen.
Personalisierung und Einschüchterung
Der Bericht dokumentiert eine wachsende Verlagerung von institutioneller Kritik hin zu gezielten Einschüchterungen gegen jüdische, israelsolidarische und antisemitismuskritische Personen.
Herausforderungen für Bildungsarbeit und Demokratie
Besonders in Schulen, Hochschulen und pädagogischen Kontexten zeigt sich ein wachsender Bedarf an Handlungssicherheit im Umgang mit israelbezogenem Antisemitismus.
Schlussfolgerung:
Der Bericht versteht sich als Beitrag zur Sensibilisierung und demokratischen Selbstvergewisserung. Er ruft Politik, Bildung, Kultur und Zivilgesellschaft dazu auf, antisemitische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und entschlossen zu adressieren.
„Antisemitismus 24/25 in der Metropolregion Nbg.
#7about7oct
Die erste, im Mai 2025 veröffentlichte Version unserer Dokumentation darf aus juristischen Gründen nicht mehr verwendet oder weiterverbreitet werden: In unserer Veröffentlichung vom 01.05.2025 haben wir fälschlich behauptet, Frau Shelly Steinberg habe bei der Gedenkveranstaltung am 26.01.2025 gefordert, auf dem Gedenkstein für NS-Opfer den Begriff ‚Genozid in Gaza‘ zu verewigen. Diese Behauptung ist unzutreffend. Eine solche Aussage wurde von Frau Steinberg nicht getätigt. Wir bedauern die falsche Darstellung und entschuldigen uns dafür.
Bericht „Antisemitismus Mai 2024 – Mai 2025
Beobachtungen, Dilemmata und Handlungsimpulse
Der Bericht fasst die Ergebnisse eines einjährigen Recherchezeitraums zur Entwicklung antisemitischer Tendenzen in Nürnberg, Fürth und Erlangen zusammen.
Er wurde von einem breiten Bündnis aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft erarbeitet (u. a. Nordkurve e. V., Antisemitismusbeauftragter der FAU, Sprecher des AK gegen Rechts der SPD, RCDS an der FAU).
Die Initiative formuliert bewusst Dilemmata, um zur Reflexion und zum kooperativen Handeln anzuregen.
Antisemitismus als Seismograph
Antisemitismus wird als Indikator für den Zustand der Demokratie verstanden. Die Bedrohung jüdischen Lebens verweist auf gesellschaftliche Risse im Umgang mit Minderheiten, Solidarität und demokratischen Werten.
Instrumentalisierung des Nahostkonflikts
Extremistische Gruppierungen aus dem pro-palästinensischen Spektrum nutzen zunehmend linksliberale Räume und Bildungsinstitutionen zur Verbreitung antisemitischer Narrative – häufig unter dem Deckmantel zivilgesellschaftlichen Engagements.
Gefahr durch symbolische Gleichsetzungen
Problematisch ist die Relativierung der Shoah durch Gleichsetzungen mit aktuellen militärischen Konflikten (z. B. „Genozid in Gaza“ auf Holocaust-Gedenksteinen).
BDS und akademisierte Radikalisierung
Die BDS-Bewegung wird als antisemitisch eingestuft und findet insbesondere bei jungen, akademisierten Milieus Resonanz. Ihre Narrative beeinflussen auch etablierte Strukturen der Erwachsenenbildung und Protestkultur.
Rechtliche und organisatorische Herausforderungen
Pro-palästinensische Demonstrationen operieren oft als „Nicht-Organisationen“, was die behördliche Kontrolle erschwert. Sanktionen greifen selten effektiv, da Verantwortliche häufig rotieren.
Zivilgesellschaft in der Defensive
Initiativen, die sich offen gegen Antisemitismus und in Solidarität mit Israel positionieren, erleben gesellschaftlichen Boykott, Projektabbrüche und Bedrohung – selbst innerhalb ursprünglich wohlwollender Milieus.
Schlussfolgerung:
Der Kampf gegen Antisemitismus erfordert eine klare Haltung, vernetzte Zusammenarbeit und kritische Wachsamkeit gegenüber Formen des linken, rechten und muslimischen Judenhasses. Nur ein Zusammenspiel von Staat, Bildung, Zivilgesellschaft und Kultur kann dem zunehmenden Antisemitismus nachhaltig entgegentreten. Nur ein Zusammenspiel von Staat, Bildung, Zivilgesellschaft und Kultur kann dem zunehmenden Antisemitismus nachhaltig entgegentreten.
7 Fragen zum 7. Oktober
#7about7oct
Eine pluralistische Gesellschaft
Der 7. Oktober: Ja, aber .:.
Gaza und die Hamas
Der Kampf gegen den Terror
Die nationale Souverenität Israels
Folge, nicht Ursache
Schutz jüdischen Lebens
Literaturangaben
Bonusfragen zum 7.10.23
#7about7oct
Diskursverschiebung





Mit freundlicher Unterstützung des Menschenrechtsbüros der Stadt Nürnberg
und der Karl-Bröger-Gesellschaft
Wir reden nicht über die Belange von Jüdinnen und Juden, sondern mit ihnen.
Dieses Projekt entstand unter aktiver Einbeziehung der jüdischen Gemeinschaft in Nürnberg.
Über uns
Wir sind ein Kollektiv aus Einzelpersonen sowie Menschen, die in unterschiedlichen Organisationen tätig sind. Unser Ziel ist es, eine sachliche und differenzierte Debatte über den Nahen Osten zu fördern.
Gleichzeitig beobachten wir seit Monaten eine deutliche Zunahme antisemitischer Rhetorik. Dem möchten wir einen fairen, faktenbasierten und respektvollen Diskurs entgegensetzen.
In den vergangenen zwei Jahren haben wir uns intensiv mit den historischen, politischen und gesellschaftlichen Hintergründen des Nahostkonflikts auseinandergesetzt. Aus dieser kontinuierlichen Arbeit ist eine fundierte Expertise entstanden, die wir nun in Form von Beiträgen und Unterrichtsmaterialien zugänglich machen möchten.
Gemeinsam mit überwiegend jungen Erwachsenen wurden in einem partizipativen Prozess Inhalte erarbeitet, die helfen sollen, die komplexen Zusammenhänge des Konflikts besser einzuordnen. Die Materialien unterstützen dabei, populistischen, verkürzten, diskriminierenden und antisemitischen Positionen argumentativ entgegenzutreten und einen reflektierten Umgang mit der Debatte zu fördern.
Wir laden dazu ein, unsere Beiträge und Unterrichtsmaterialien zu nutzen, weiterzuverbreiten und kritisch-konstruktiv zu begleiten. Ebenso freuen wir uns über Austausch, neue Perspektiven und Menschen, die sich einbringen möchten.!




