Chou-Chou Bijoux

Als die Ausstellung selbst Teil des Superblock-Experimentes wurde.
Diese Seite dokumentiert eine Phase der Auseinandersetzung um den Superblock Gostenhof, die inzwischen selbst Teil seiner Geschichte geworden ist.
Als die Nordkurve begann, sich mit dem Modellversuch auseinanderzusetzen, ging es zunächst um eine einfache Frage: Wie lässt sich ein einjähriges Experiment im öffentlichen Raum so gestalten, dass möglichst unterschiedliche Menschen aus dem Stadtteil tatsächlich daran teilhaben können?
Daraus entstand zunächst die Idee der GOHO-Carsharing-Verkaufsbörse und später die Sonderausstellung CHOUCHOU BIJOUX. Sie spielte bewusst mit den Versprechen des Superblocks: weniger Autos, mehr Grün, Begegnung und gemeinschaftlich genutzter öffentlicher Raum. Gleichzeitig stellte sie die Frage, welche persönlichen Konsequenzen eine solche Veränderung eigentlich verlangt – und wer bereit ist, sie selbst zu tragen.
Doch während der Vorbereitung der Ausstellung veränderte sich der Konflikt.
Aus der Auseinandersetzung über Parkplätze, Verkehrsführung und Aufenthaltsqualität wurden zunehmend Fragen nach Beteiligung, politischer Legitimation, Verantwortung und Kommunikationskultur. Wer hatte den Superblock initiiert? Wer durfte ihn gestalten? Wer sprach für den Stadtteil? Wer war für die öffentlich auftretende Initiative verantwortlich? Und wie ergebnisoffen kann ein Experiment noch sein, wenn Menschen über Monate mit erheblichem persönlichem und ehrenamtlichem Einsatz für seinen Erfolg arbeiten?
Die Nordkurve wurde dabei selbst Teil des Konflikts. Nach einer Eskalation in sozialen Medien, einem vorübergehenden Hausverbot gegen Aktive der Initiative Superblock und der daraus folgenden Auseinandersetzung mit Bündnis 90/Die Grünen entwickelte sich die Ausstellung weiter.
Am 12. Februar 2026 wurde CHOUCHOU BIJOUX eröffnet. Prof. Dr. Jens Junge betrachtete das Beteiligungsverfahren aus spieltheoretischer Perspektive.
Die Ausstellung fragte nun nicht mehr allein, wie öffentlicher Raum anders genutzt werden könnte, sondern zunehmend auch, nach welchen Regeln dieses kommunale Experiment eigentlich gespielt wurde.
Aus dieser Auseinandersetzung entstand schließlich eine paradoxe künstlerische Intervention: Für kurze Zeit trat eine zweite, fiktive „Initiative Superblock“ auf. Sie benannte demonstrativ einen Sprecher und eine juristische Person und stellte damit die Frage nach der damals für Außenstehende nur unzureichend erkennbaren institutionellen Verantwortung des tatsächlichen Projekts. Die Intervention blieb Fiktion. Sie sollte keine zweite politische Initiative etablieren, sondern einen Widerspruch sichtbar machen.
Heute lässt sich die Ausstellung deshalb nicht mehr unabhängig von der gesamten Entwicklung des Superblocks betrachten.
Die inzwischen erarbeitete Chronologie des Superblocks Gostenhof rekonstruiert den Weg von den stadtweiten Forderungen von Nürnberg autofrei über die ersten Veranstaltungen in Gostenhof, das dreitägige Reallabor, die politische Beschlussfassung, Finanzierung und Projektträgerschaft bis zum einjährigen Modellversuch, zum GoHo-Rat, zur Evaluation und zur nun bevorstehenden politischen Entscheidung.
Dabei tritt eine Frage immer stärker in den Mittelpunkt:
Was geschieht, wenn ein kommunales Verkehrsexperiment zugleich zu einem zivilgesellschaftlichen und soziokulturellen Projekt wird?
Ehrenamtliches Engagement kann enorme Kräfte freisetzen. In Gostenhof beteiligten sich zahlreiche Menschen aus Überzeugung und investierten Zeit, Arbeit und persönliche Energie. Gleichzeitig veränderte das Experiment den Alltag anderer Menschen, die sich diese Veränderung nicht ausgesucht hatten.
Damit trafen zwei sehr unterschiedliche Erfahrungen aufeinander: freiwilliger Idealismus und unfreiwilliger Alltagsbewältigungsstress.
Diese Spannung gehört heute zu den zentralen Erkenntnissen der Auseinandersetzung. Sie führt über die Frage „Superblock – ja oder nein?“ hinaus. Es geht um die Grenzen und Möglichkeiten ehrenamtlicher Projektverantwortung, um professionelle Konfliktbearbeitung, um die Verantwortung von Verwaltung, Politik und Projektträger – und schließlich um die Voraussetzung jedes echten Experiments:
Ergebnisoffenheit.
Denn ein Experiment muss verändert, teilweise zurückgebaut oder auch beendet werden können. Gleichzeitig darf eine solche
Entscheidung nicht als Geringschätzung der Menschen verstanden werden, die sich ehrenamtlich dafür engagiert haben.
Der Superblock Gostenhof tritt nun in seine letzte Phase ein: die politische Entscheidungsfindung.
Die Episodenstory „Wem gehört das Viertel? Der Superblock in Nürnberg-Gostenhof“ erzählt diese Entwicklung Schritt für Schritt. Die ausführliche Chronologie stellt die Dokumente, Quellen, unterschiedlichen Perspektiven und weiterhin offenen Fragen daneben.
Die nachfolgenden Inhalte dieser Seite bleiben bestehen. Sie dokumentieren die Ausstellung und Interventionen so, wie sie während des laufenden Experiments entstanden sind – und damit einen Teil der Geschichte, die die Episodenstory erzählt.
Wem gehört das Viertel?

Aus 4 macht 1!
4 Haushalte teilen sich in Zukunft nur noch ein Fahrzeug. Schafft drei Eurer Fahrzeuge ab, dafür Raum für ein grüneres Gostenhof - Freizeitmobile haben in unserer Ausstellung Vorrang.
Jetzt anmelden und Teil der Bewegung
"Gemeinsam teilen,
GOHO grüner machen"

Wie es funktioniert:
- Schreib uns und melde dich für die Carsharing-Verkaufsbörse an.
- Wir bringen dich mit passenden Haushalten zusammen.
- Ihr entscheidet gemeinsam, welches Auto bleibt und welche verkauft werden.
- Euer Beitrag wird Teil der Ausstellung und sichtbar für alle.
info(ad)nordkurve.info
Die GOHO-Carsharing-Verkaufsbörse
Gemeinsam Autos teilen, Gostenhof grüner machen!
Die Nordkurve organisiert ehrenamtlich eine
Carsharing-Verkaufsbörse
und bringt Haushalte zusammen, die ihr Auto verkaufen wollen.
Vier Haushalte teilen sich künftig nur noch ein Fahrzeug – die drei übrigen Autos werden verkauft.
Ihr entscheidet gemeinsam, welches Auto weiterhin bleibt und parkt.
So entsteht Platz für neue Lebensqualität in unserem Stadtteil: mehr Grün, mehr Begegnung, weniger Lärm.
Keine Sorge um deine Daten
Deine persönlichen Daten werden
nicht öffentlich bekannt gemacht.
Wir bringen nur die Menschen zusammen – alles Weitere entscheidet ihr selbst.
Stell dir vor, wenn wir es schaffen, 100 Fahrzeuge im Stadtteil auf diese Weise zu reduzieren: Ein wichtiges Argument gegen den Superblock entfällt – und Gostenhof gewinnt Raum, Luft und Lebensqualität zurück.
Wirklich teilen – wirklich erleben
Das Verkehrsplanungsamt geht davon aus, dass ein Carsharing-Auto bis zu 12 Privatfahrzeuge ersetzen kann. Wir glauben nicht so richtig daran – aber bei vier Haushalten, die sich ein Fahrzeug teilen, kann man es sich gut vorstellen. So wird der Wandel konkret, greifbar und erlebbar.
Aus Auto wird Ausstellung – sichtbar ab Februar 2026
Die Fahrzeuge der teilnehmenden Haushalte werden Teil unserer Ausstellung in der Nordkurve, die
ab Februar 2026 zu sehen ist. Dort zeigen wir Fotos aller Fahrzeuge – nicht als nostalgischer Rückblick, sondern als Zeichen des gemeinsamen Aufbruchs. Als Dankeschön verwandeln wir dein ehemaliges Nummernschild in einen einzigartigen Blumentopf – ein Symbol für neues Wachstum und bewussten Wandel.
Wandel braucht Mut – und dich
Die Börse ist der Auftakt für einen langfristigen Veränderungsprozess. Stell dir vor, wie Parkplätze zu Gärten, Sitzbereichen oder Spielplätzen für Kinder werden. Stell dir vor, wie du deinen Alltag neu gestaltest – mit mehr Zeit in der Nachbarschaft und weniger Autos.
Nutze unser Angebot der Carsharing-Verkaufsbörse. Für ein lebendiges, grüneres Gostenhof.
Wir nehmen Abstand
Hinweis zur Verschrottung von Fahrzeugen
In letzter Zeit sind vereinzelt Menschen auf uns zugekommen mit der Bitte, den Aufruf der Carsharing-Verkaufsbörse auf das Verschrotten von Fahrzeugen auszuweiten.
Die Idee dahinter: Ein verschrottetes Auto fährt nicht in einem anderen Stadtteil weiter.
Wir gehen davon aus, dass es sich um Menschen handelt, die in anderen Stadtteilen wohnen.
Wir verstehen die Befürchtungen – gleichzeitig ist unser Ansatz ein anderer.
Uns geht es in erster Linie um Gostenhof und um konkrete Veränderungen im Stadtteil.
Ein Auto zu verschrotten bedeutet zudem, einen bestehenden Sachwert zu vernichten. Diesen Weg möchten wir nicht unterstützen. Die GOHO-Carsharing-Verkaufsbörse setzt bewusst auf Teilen, Weitergeben und Reduzieren, nicht auf Zerstörung.
Podcast zur Sonderausstellung
Die Initiative „Chouchou Bijoux“ in Nürnberg Gostenhof fordert Bürger auf, ihr Auto zu verkaufen, um die Abschaffung von 100 Parkplätzen zugunsten von mehr Lebensqualität, Grünflächen und einem besseren Miteinander zu ermöglichen, wobei das Engagement der Teilnehmenden in einer Ausstellung ab Januar 2026 sichtbar gemacht wird.
Jetzt mitmachen – und Geschichte schreiben!

Die Sonderausstellung zum Superblock Gostenhof
CHOUCHOU-BIJOUX
Mach mit beim Wandel in Gostenhof: Verkaufe dein Auto und unterstütze die Abschaffung von 100 Parkplätzen!
Dein ehemaliges Fahrzeug wird Teil der Ausstellung – mit einem Foto in der Nordkurve und einem ganz besonderen Andenken:
Wir verwandeln dein altes Nummernschild in einen persönlichen Blumentopf.
Die Ausstellung geht noch bis zum Abschluss des Superblock-Experiment – du hast also noch Zeit, dich zu entscheiden!

CHOUCHOU BIJOUX
"Mach Platz für die
Zukunft"

Verkaufe dein Auto und werde Teil einer nachhaltigen Zukunft!
Gostenhof verändert sich – und du kannst ein Teil davon sein. In unserem Stadtteil soll neuer Raum entstehen: für Menschen, Begegnungen, Grünflächen und ein besseres Miteinander.
Deshalb setzen wir uns für die Abschaffung von 100 Parkplätzen ein – zugunsten von mehr Lebensqualität, weniger Lärm und sauberer Luft. Doch dieser Wandel braucht dich.
Du kannst aktiv mitgestalten, indem du einen mutigen, zukunftsweisenden Schritt gehst: Verkaufe dein Auto – und mach Platz für etwas Neues!
Aus Auto wird Ausstellung – und Erinnerung fürs Leben
Dein Beitrag bleibt nicht anonym: Wir machen dein Engagement sichtbar! Wenn du dich entscheidest, auf dein Auto zu verzichten, wird dein ehemaliges Fahrzeug Teil unserer Ausstellung in der Nordkurve, die im Januar 2026 feierlich eröffnet wird.
Dort zeigen wir Fotos der Fahrzeuge von allen Teilnehmenden – nicht als nostalgischer Rückblick, sondern als Zeichen des Aufbruchs. Und als ganz besonderes Dankeschön erhältst du ein kreatives Andenken:
Wir verwandeln dein altes Nummernschild in einen einzigartigen Blumentopf – ein Symbol für neues Wachstum und deinen persönlichen Wandel.
Wandel braucht Zeit – und deinen Mut Die Ausstellung ist der Auftakt für einen langfristigen Veränderungsprozess. Du hast noch Zeit, dich zu entscheiden – nutze sie!
Stell dir vor, wie dein Parkplatz zu einem kleinen Garten, einer Sitzbank oder einem Spielbereich für Kinder wird. Stell dir vor, wie du den Alltag neu gestaltest – mit mehr Zeit in der Nachbarschaft und weniger Arbeit.
Dein Auto geht – dein Beitrag bleibt. Werde Teil dieser Bewegung. Für ein lebendiges, grüneres Gostenhof.
Situationsanalyse / Superblock
Gostenhofer*innen fordern eine ernsthafte Beteiligung aller Bewohner*innen im Stadtteil, auch wenn dadurch höhere Hürden zu nehmen sind.


